21.10.2017

[ Home Rechtsgebiete Mietrecht Mietmängel ]

Kontakt | Impressum

Mietmängel

Mietmängel können zu einer Mietminderung führen. Damit eine Mietminderung statthaft ist, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  1. Das Mietobjekt muss entweder mit einem erheblichen Mangel behaftet sein, oder ihm muss eine zugesicherte Eigenschaft fehlen
  2. die Mietsache ist an den Mieter überlassen worden
  3. die Minderung darf nicht ausgeschlossen sein (z.B. Mieter kannte bereits bei Abschluss des Mietvertrages den Mangel oder kannte oder musste den Mangel bei Überlassung erkennen und rügte diesen nicht oder die Miete wurde über einen längeren Zeitraum rügelos weitergezahlt

Liegen diese Voraussetzungen vor, so kann der Mieter die Miete kürzen. Auch eine rückwirkende Mietkürzung ist zumindest für einen begrenzten Zeitraum möglich. Die Höhe des Minderungsrechts richtet sich nach dem Ausmaß der Gebrauchsbeeinträchtigung, dem für die Minderung anzusetzender Teil der Miete und der Minderungsquote.

Exemplarisch werden im Nachfolgenden Mietminderungen aufgeführt. Bitte beachten Sie das die Höhe der tatsächlichen Minderung von den indivudellen Umständen abhängig ist und das jeweilige Gericht die Mietminderung nach seinem Ermessen festlegen kann.

  • Abwasser aus der oben gelegenen Wohnung fließt in die Toilette: 20%
  • Abwasser läuft wieder in Wanne zurück und sammelt sich dort: 3 %
  • Abwasserstau und aus der Toilette und der Badewanne tritt übelriechendes Wasser aus: 38%
  • Einzelne Ameisen in der Wohnung: kein Mangel
  • Antenne - Störung des Fernsehempfanges wegen Entfernung der Dachantenne: 5%
  • Asbest in Nachtspeicheröfen verursacht Gesundheitsgefahren: 50 %
  • Asylbewerber im Nachbarhaus: kein Mangel
  • ungepflegte Außenanlage einer Wohnung: kein Mangel
  • Bad: Fliesen werden ersetzt und passen nicht zu alten Fliesen: 5 %
  • Badewanne nicht nutzbar: 20 bis 25%
  • einzige Bade- oder Duschmöglichkeit funktioniert nicht : 33%
  • Bauarbeiten: Dachgeschoss wird ausgebaut 10% / Einrüstung der Fassade: 5% / Lärm, Schmutz, Baugerüst, Kran: 60 bis 80%
  • Bauarbeiten: Rohre und Leitungen werden - auch in der Wohnung - neu verlegt, Fenster und Heizung erneuert 20%
  • Bauarbeiten: Sanierung des gesamten Hauses einschließlich der Wohnung des Mieters mit allen Arbeiten: 100%
  • Baulärm vom Nachbargrundstück: 5 - 20%, auch, wenn Vermieter nichts dagegen unternehmen kann
  • Baulärm und Erschütterungen: eine normale Unterhaltung ist nicht möglich: 25%
  • Bauschutt auf dem Wohnungsgrundstück: 10 %
  • Bedrohung durch Nachbarn: 25 %
  • Beleidigung und Bedrohung, wiederholte durch Hauswart: 10 %
  • Wohnung nach Brand unbewohnbar: 100%
  • Briefkasten ist nicht vorhanden: 3 %
  • Dach undicht: ab und zu Wasser in Wohnung: 5%
  • Drogenszene im Wohnungsumfeld: keine Minderung, wenn direkte Belästigung nicht nachgewiesen
  • Durchlauferhitzer liefert nicht durchgehend Warmwasser 3 % für Bad und 3 % für Küche
  • Dusche liefert nicht durchgehend Warmwasser: 5 %
  • Dusche funktioniert nicht: 16 -17%
  • Einsturzgefahr des Wohnzimmers infolge Wasserschadens: 30 %
  • Elektrische Anlage fällt aus, betroffen sind Warmwasserversorgung, Licht und Herd 100 %
  • Elektrosmog - kein Mangel
  • Fahrstuhl fällt aus 10 %
  • Fäkalienrückfluss in Toilette 5%
  • Fenster isolieren schlecht und sind luftdicht, Mieter muss mehr heizen und lüften: 15 %
  • defekt, starke Zugluft: 20 %
  • Fensterläden einer Wohnung im 1. Stock werden entfernt 10 %
  • Fensterrahmen sind nicht absolut dicht, ab und zu dringt Wasser ein 5 %
  • Fensterscheiben sind blind 5 - 10%
  • häufige und lautstarke Feiern an den Wochenenden bis spät in die Nacht 20%
  • Feuchtigkeit im Keller 10%
  • Feuchtigkeit in der Küche, die von außen kommt 10%
  • Feuchtigkeitsfleck an der Küchendecke 5 bis 10%

    je nach Größe

  • erhebliche Feuchtigkeitsschäden und Nässe,

    Tropfwasser an der Decke und Durchfeuchtung des Teppichbodens 50%

  • erhebliche Feuchtigkeitsschäden durch aus dem Boden aufsteigende Feuchtigkeit 60%
  • Fluglärm: kein Mangel, wenn Schallschutzvorschriften beachtet
  • überhöhte Formaldehyd-Belastung in Schlaf- und Kinderzimmer 56%
  • Formaldehyd-Belastung zwischen 0,13 und 0,21 ppm 50%
  • Garagentor, nächtlicher Lärm 10%
  • Gaststättenlärm bis 1.00 Uhr nachts 37%
  • Gegensprechanlage defekt 1 bis 6%
  • Gegensprech- und Klingelanlage defekt 10 %
  • bestialischer Gestank (Frettchen) aus der Nachbarwohnung 33%
  • Gestank wegen nicht artgerechter Tierhaltung in Nachbarwohnung 10%
  • Glas-Sammelcontainer - Lärmbelästigung auch außerhalb der regulären Einwurfzeiten 5% - 10%
  • Grillen auf Balkon oder Terrasse ist einmal im Monat erlaubt, wenn die Nachbarn 48 Stunden vorher informiert werden und die Hausordnung es erlaubt
  • Hausbeleuchtung funktioniert nicht 1%
  • Hauseingangstür defekt 3 %
  • fehlende Heizungsmöglichkeit in der Küche 20%
  • übermäßiges Heizen erforderlich, um Feuchtigkeitsschäden zu verhindern - 10 - 20 % Minderung oder Kürzung der Heizkosten um 10 - 25 %
  • übermäßige Hellhörigkeit und unzureichender Trittschallschutz 5%
  • Unbewohnbarkeit der Wohnung wegen Hochwasser 100%
  • Hundekot im Treppenhaus und Gestank aus der Nachbarwohnung 20%
  • Personenaufzug fällt aus - 7,5%, im fünften Geschoss
  • keine Pkw-Stellplätze trotz Zusage 10%
  • starke Geruchsbelästigung aus benachbarter Pizzeria (dem Richter wird nach 15 Minuten schlecht) 15%
  • Beeinträchtigungen und Belästigungen durch Prostitution im selben Haus 20 bis 25%
  • Rattenbefall im Umfeld und durchfeuchtete Wände 100%
  • Rauschen und Knacken in der Heizung 10%
  • Risse und Feuchtigkeitsflecken in der Neubauwohnung 10%
  • rostiges Leitungswasser 10 bis 20%
  • Sandkasten fehlt in einer neueren Wohnanlage 5%
  • Schabenbefall 10%
  • teilweise mangelhafte Schallisolierung 10 bis 15%
  • erheblicher Schimmelpilzbefall in Bad, Wohn- und Schlafzimmer 20%
  • Spinnen in der Parterrewohnung mit Garten: kein Mangel
  • mangelhafte Trittschalldämmung bei nachträglich ausgebautem Dachgeschoss, in der darunter liegenden Wohnung ist jeder Schritt und jedes Geräusch zu hören 20%
  • unzureichender Trittschallschutz und übermäßige Hellhörigkeit 5%
  • Vorenthaltung des Trockenraumes 2%
  • starker Ungezieferbefall und fehlerhafte Bekämpfung mit gesundheitsgefährdenden Chemikalien 100%
  • Wärmeverluste von mindestens 25% wegen mangelhafter Wärmeisolierung 25%
  • der Warmwasserboiler im Bad fällt aus 15%
  • Zugluft wegen fehlerhaft installierter Gasetagenheizung

    10%

DruckersymbolSeite drucken

 

News

Nachträgliche Abrechnung auf Reparaturbasis

Auch nachträglich kann ein Unfall in Höhe der Reparaturkosten abgerechnet werden, wenn er zuvor auf Basis der Wiederbeschaffungskosten abgerechnet wurde

Abmahnfalle E-Mail

Auch in E-Mails müssen bestimmte Mindestangaben wie auf dem Briefpapier getätigt werden

Pauschale bei Unfall

Klare Regelung zur Höhe der Unfallpauschale durch OLG Celle

Weitere News ...